Gut beraten in die nächste Bausaison

Vor fast zwei Wochen meldete ich mich bei der Energieagentur Burgenland für eine Energieberatung an. Dies ist ein kostenloses Angebot seitens des Landes, um sich in den Bereichen Sanierung und Alternativenergie zu informieren. Am Mittwoch hatte ich den Termin mit Frau Köppel, um die inzwischen gesammelten Fragen beantworten zu lassen.

In ein paar Wochen haben wir den Abriss der alten Häuser auf unserem Grundstück vor – die Abbruch-Mitteilung gemäß Burgenländischen Baugesetz haben wir am Dienstag zur Gemeinde gebracht. Dann ist die Ostseite unseres Hauses frei, wo die nackte Ziegelwand auf eine entsprechende Fassade wartet. Dies nehmen wir zum Anlass, um gleich über einen Vollwärmeschutz für das gesamte Haus nachzudenken.

Die üblicherweise dafür verwendeten Baustoffe EPS (StyroPor®) oder XPS sind erdölbasierte Produkte. Diese möchten wir daher nicht verwenden, aber glücklicherweise gibt es inzwischen auch ökologisch akzeptable Produkte mit ähnlichen Dämmeigenschaften. Da bekam ich den Tipp, mir ihm Februar die Baumesse in Wien anzusehen, und dabei gleich Angebote (mit Messe-Rabatten) einzuholen.

Die zu erwartenden Dämmstärken liegen bei 16 Centimetern und mehr. Unser Haus bietet mit seinen Vorsprüngen und Türen leider keine idealen Bedingungen, um an allen Stellen die Wand derart zu verstärken. Der Umgang mit diesem Faktum bereitete Martina und mir Kopfzerbrechen, aber die Beraterin konnte für alle Fragen dazu Antworten anbieten. Solange man gewisse Dämmstärken (der Taupunkt muss im Dämmaterial bleiben) nicht unterschreitet, kann man durch stärkere Dämmung an anderen Stellen etwaig schwächer gedämmten Stellen kompensieren. Nichtsdestotrotz wird es eine Herausforderung werden, dass das Aussehen des Hauses durch exzessive Dämmung nicht „verschandelt“ wird.

Wenn man sich um die Fassade kümmert, ist auch ein guter Moment für die Fenster gekommen. Beides sollte gemeinsam erledigt werden, will man nicht manche Arbeiten umsonst oder doppelt machen. Da kommt noch eine Kostenlawine auf uns zu, aber danach ist unser Haus hoffentlich um Klassen besser, was den Heizwärmebedarf und damit den Energieausweis betrifft.

Eines weiß ich schon: Fad wird mir die kommenden Wochen nicht werden, ich werde vorher mit Ausschreibungen und Angeboten beschäftigt sein, danach kommt die Koordination aller Bauvorhaben.

Zu guter Letzt hatte ich noch ein paar Fragen zur Photovoltaik. Bei unserem Grundstück würde sich das Scheunendach als Fläche für die Kollektoren anbieten, und da war mir nicht klar, wo ich dann die anderen Komponenten, also vor allem den Wechselrichter und die Netzeinspeisung unterbringe. Glücklicherweise gibt es auch Lösungen, wo diese Systemkomponenten an verschiedenen Standorten sein können.

In den aktuellen Preismodellen gibt es eine Überschusseinspeisung, d. h. man gibt nur mehr den Strom ins Netz ab, den man selber gerade nicht braucht – im Gegensatz zum früheren Modell, wo der gesamte Solarstrom eingespeist bzw. der selbst verbrauchte Strom aus dem Netz bezogen werden musste. Für die burgenländische Förderaktion muss mit der BEWAG seinen Vertrag abgeschlossen werden. Man erhält aktuell nur 7,59 ct/kWh eingespeisten Strom, bezahlt aber für den Bezug 16,68 ct/kWh. Mit der alten Förderung war der Einspeisetarif höher als der Bezugspreis.

Damit ist eine Photovoltaik-Anlage fürs erste uninteressant. Die Sanierung bedeutet schon genügend finanzielle Hürden für uns, sodass uns dafür auch das Geld fehlt.

Jedenfalls war die Energieberatung sehr informativ, und ich kann jedem Hausbesitzer empfehlen, ein derartiges Angebot in Anspruch zu nehmen. Ich konnte sehr viel lernen, sodass ich am Bewertungsbogen fast durchgehend mit „Sehr gut” antworten konnte.

Über Franz Knipp

Geboren 1975, erster eigener Computer 1984, erste eigene Webseite 1995, erster Blog 1999 in Spanien. Seit 2000 Programmierer und Projektleiter. Inzwischen verheiratet und dreifacher Vater. 2011 Gründung eines Software-Unternehmens. Aktuell Obmann der Waldorfinitiative Sonnenland und Landessprecher der Open Source Expert Group Burgenland.
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