Die Angst der Bauern vor den NGOs

In den letzten Wochen waren mehrere landwirtschaftsrelevante Themen auf der Tagesordnung, zum einen gab es die Sache mit dem Minister und den Bienen, dann wurde der Film zum Tierschützerprozess ausgestrahlt, gleichzeitig mit der Ausstrahlung werden fünf Freisprüche durch das OLG Wien aufgehoben, und die Reparatur des Mafiaparagrafen scheiterte am Widerstand durch den Bauernbund. Wenn man sich das Medium der Landwirtschaftskammer ansieht, erkennt man die Zusammenhänge.

Ich hatte eher zufällig die Gelegenheit, in den Mitteilungen der burgenländischen Landwirtschaftskammer, Nr. 11/2013, das Interview mit dem ÖVB-Bauernbund-Präsident Franz Stefan Hautzinger zu lesen, wo dieser wörtlich über Minister Nikolaus Berlakovich schreibt:

Er hat vielleicht politisch nicht damit gerechnet, dass nach seinen vielen Erfolgen auf der Sachebene die Kronenzeitung, die NGO’s und auch ein ehemaliger Minister aus dem Burgenland noch eine Rechnung offen hatten und eine menschenverachtende Kampagne starten. Vielleicht war es naiv zu glauben, dass nach den Lehren des zweiten Weltkriegs und den heutigen Lippenbekenntnissen des „Niemals wieder“ eine derartige Volksverhetzung mit daraus resultierendem „ Blutrausch“ in der österreichischen Demokratie noch möglich ist.

Dieser Nazi-Vergleich blieb nicht unreflektiert, die österreichischen Medien – nicht nur die angesprochene Kronenzeitung – berichteten darüber.

In derselben Zeitung gibt es auch einen (wortwörtlich) Kommentar eine sehr angesehenen Journalisten zum Thema „Bienen und Landwirtschaft“, konkret von Hans Gmeiner (Blog, Twitter, Facebook). Der Kommentar stammt ursprünglich aus der Raiffeisenzeitung, ist auch im Blog zu finden. Ich fand ihn auch auf der Homepage der ÖVP Burgenland wieder.

Dort schreibt der Autor:

Es hat zu tun mit einer schwachen, dem Populismus verfallenen Politik, die das Feld frei gemacht hat für Einrichtungen wie NGOs, die abseits jeder demokratischen Legitimation immer öfter ganze Branchen in ihren Würgegriff nehmen. Die Landwirtschaft weiß ein Lied davon zu singen. Dort sagen immer öfter Organisationen wie Global 2000 und Greenpeace im Verein mit den übermächtigen Handelsketten, wie es lang geht.

Wer diesen Artikel liest, erkennt den Feind der Bauernschaft (oder zumindest des Bauernbunds und des Raiffeisenkonzerns): Die NGOs sind zu bekämpfen. Und da ist ihnen jedes Mittel recht, auch ein Paragraph, der eigentlich – wie der Name sagt – gegen mafiöse Geschäftemacherei eingerichtet wurde.

Ahja, Thema Raiffeisen: Da war ja auch noch was in den letzten Tagen.

Über Franz Knipp

Geboren 1975, erster eigener Computer 1984, erste eigene Webseite 1995, erster Blog 1999 in Spanien. Seit 2000 Programmierer und Projektleiter. Inzwischen verheiratet und dreifacher Vater. 2011 Gründung eines Software-Unternehmens. Seit 2012 Grüner Gemeinderat in Oslip.
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