Nokia 700: Das grüne Smartphone

Drei Wochen lang war ein Nokia 700 mein Begleiter, durfte meine Telefonate führen, SMS empfangen, mich durch Ostösterreich navigieren. Das Telefon ist kleiner und leichter als andere Telefone, die ich in den letzten Monaten testete. Es hat alles, was man von einem aktuellen Smartphone erwartet: Touchscreen, Kamera (5 Megapixel), WLAN, Bluetooth, GPS. Es bietet auch NFC zur Kommunikation mit anderen Mobiltelefonen an, welches ich jedoch nicht testete. Prägnant ist der breite Lautsprecher auf der Vorderseite.

Aller Anfang ist schwer

Bevor ich mehrere Wochen auf ein Mobiltelefon vertraue, muss ich die Kontaktdaten auf das Gerät überspielen. Während das Nokia Lumia 800 einen entsprechendes Tool mitbrachte, um sogar die Daten aus dem iPhone herauszukitzeln, dauerte es bei diesem Gerät länger, ehe ich loslegen konnte. Es gibt zwar ein Tool von Nokia, aber das funktioniert nur zwischen Nokia-Geräten (vermutlich nur zwischen Symbian-Geräten). Ein Weg wäre über die Nokia PC Suite gewesen, aber ich versuchte, ohne Installation einer Software unter Windows auszukommen.

Der nächste Versuch war die Verwendung einer VCF-Datei mit allen Kontakten. Das Überspielen auf das Mobiltelefon über USB klappte problemlos, allerdings wurde nur der erste Kontakt davon in das Adressbuch importiert.

Abhilfe schaffte schließlich die Verwendung von SyncML, unter Zuhilfenahme von SyncEvolution, sodass ich mit dem Test starten konnte.

Symbian Belle

Das Gerät wird mit der neuesten Version des Nokia-eigenen Betriebssystems Symbian ausgeliefert. Im großen und ganzen läuft es sehr gut. Nokia-typisch ist die Vielfalt in den Einstellungen, und auch die Unterstützung diverser Protokolle. Fast alles, was in den letzten 12 Jahren irgendwann technisch möglich war, wird nach wie vor unterstützt.

Trotz eines 1GHz-Prozessors ruckelte die Anzeige hin und wieder. Hier wird man das Gefühl nicht los, dass es eine weitere Version braucht, bis das Touch-Feeling in Symbian zu 100% angekommen ist.

Auch mit der Benutzeroberfläche hatte ich manchmal meine Probleme. Dass die Bildschirmtastatur bei der Gerätegröße im Hochformat schwer zu bedienen ist, wunderte mich nicht – vermutlich wäre ich mit T9 auf einer Tastatur schneller am Ziel gewesen.

Größtes Problem hatte ich jedoch mit den Hardware- und Softwaretasten am Startschirm. Hier stehen insgesamt sechs Flächen zur Verfügung:

  • Am Schirm: Menü, Telefon, Einstellungen
  • Als Hardwaretasten: Telefon abheben (grün), Menü, Telefon auflegen (rot)

Mir passierte sehr oft, dass ich das grüne Telefon drückte, weil ich telefonieren wollte. Stattdessen landete ich in der Anruferliste – die Logik ist da dieselbe wie bei den Telefonen mit Tastatur, wo man jedoch mit 12 Zifferntasten ein neues Telefonat starten konnte. Diese stehen nun nicht mehr zur Verfügung, sodass man bei einer geöffneten Applikation zwar eine Taste zur Wahlwiederholung vorfindet, jedoch keine, um ein neues Telefonat zu starten. Auch verstehe ich nicht, warum die Menütaste bei den Startschirmen redundant vorhanden ist.

Hier sehe ich das größte Verbesserungspotenzial für dieses Telefon bzw. für Symbian im allgemeinen. Mir ist schon klar, dass das Betriebssystem auf einer Vielzahl von unterschiedlichen Geräten im Einsatz ist, aber da muss man auch einmal ein bisschen Mut zeigen und mit alten Konventionen brechen.

Die Integration neuer Ideen (die man schon von anderen Smartphones gewohnt ist) klappt hervorragend: Aus der oberen Statusleiste lässt sich ein Statusfenster aufziehen, wo WLAN, Bluetooth oder der Datentransfer ein- und ausgeschaltet werden können.

Was mir im Gegensatz zu den anderen Smartphone-Betriebssystemen sehr gut gefällt, ist der Umstand, dass keine Benutzerregistrierung erforderlich ist, um das Telefon und die vorinstallierte Software zu verwenden. Updates stehen zur Verfügung, Karten für die Navigation können heruntergeladen werden.

Die Nokia-Navigationslösung gefällt mir immer wieder sehr gut. Hier wird eine vollständige Lösung mitgeliefert, die ein klassisches Navi im Auto ersetzen kann – vor allem dadurch, dass die Karten nicht online bezogen werden müssen, sondern ins Gerät installiert werden, was bei Fahrten ins Ausland einen entscheidenden Vorteil darstellt.

Das Öko-Handy

Die erste Information über das Telefon bekam ich aus einer Presseinformation, wo hervorgehoben wurde, dass es sich um das umweltfreundlichste Nokia-Smartphone handelt. Dazu tragen genauso die verwendeten Materialien, die zum Teil aus dem Recycling stammen, bei, wie auch der geringe Energieverbrauch in der Verwendung und beim Laden.

Hier könnte Nokia durchaus ein bisschen eine Vorreiterrolle auf seine Fahnen heften, um den nachhaltig orientierten Konsumenten anzusprechen. Es ist schade, dass das nicht passiert: Weder auf der Verpackung ist irgendein Hinweis dazu, noch findet man sie auf der Website von Nokia Österreich. Lediglich die englische Seite von Nokia Europe gibt einen Hinweis, bezeichnenderweise ganz am Ende. Immerhin erwartet einen dort eine mehrseitige PDF-Datei, die den ökologischen Fußabdruck des Telefons detailliert beschreibt.

Besonders anschaulich finde ich die Bemerkung, wo der ökologische Fußabdruck auf eine Größe zusammengefasst wird:

These figures represent the estimated environmental impact of this device over a product life cycle including 3 years of usage. This impact is equal to driving 54 km in a typical family car.

So eine Information würde ich mir für viele Produkte und Tätigkeiten wünschen.

Danke für die Biorama-Redaktion und Nokia für die Zuverfügungstellung des Testtelefons!

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Das iCloud-Adressbuch in Gnome Evolution

Seit ich auf das iPhone umgestiegen bin, verwende ich  Apples iCloud zum Speichern meiner Kontakte und Termine. Am Notebook habe ich Linux Mint installiert und verwende Evolution als E-Mail-Client.

Glücklicherweise bietet iCloud einen Zugriff über standardisierte Protokolle an, sodass ich das Adressbuch einbinden kann. So geht’s:

Herausfinden der URL

Ich verwendete dazu Mozilla Firefox mit Firebug.

  1. Öffnen des iCloud-Logins auf www.icloud.com
  2. Aktivieren von Firebug, um den Datenaustausch aufzuzeichnen.
  3. Wechsel auf den Reiter Netzwerk in Firebug.
  4. Login mit Apple-ID und Kennwort
  5. Wechsel in das Adressbuch

Danach sollte im Firebug ein ähnliches Bild wie das folgende zu sehen sein. Ich verwende den Filter XHR, um nur die interessanten Anfragen darzustellen:

Zwei Werte sind interessant:

  1. Der Server-Präfix, in diesem Fall p05.
  2. Die dsid, die hinter dem gelben Balken versteckt ist – in den weiteren Beispielen nehme ich dafür 123456789.

Aus diesen Werten kann die URL erstellt werden:

https://<serverprefix>-contacts.icloud.com/<dsid>/carddavhome/card

Also mit den Beispielwerten:

https://p05-contacts.icloud.com/123456789/carddavhome/card

Damit ist der erste Teil schon bewältigt.

Einbinden in Evolution

In Evolution kann nun ein entsprechendes Adressbuch unter Datei→Neu→Adressbuch erstellt werden:

  • Art: WebDAV
  • Name: z. B. iCloud
  • Adresse: https://p05-contacts.icloud.com/123456789/carddavhome/card
  • Benutzername: Die Apple-ID, die in der Anmeldung auf icloud.com verwendet wird.

Nach einer Passwortabfrage, wo man das Kennwort zur Apple-ID eingegeben hat, werden die Daten synchronisiert. In Evolution können Änderungen gemacht werden, die automatisch am Telefon aktualisiert werden.

Und Kalender?

Die Einbindung des Kalenders über Caldav scheitert an einem Bug in Evolution. Die URL kann aber mit den erhaltenen Parametern leicht gebildet werden. In meinem Fall gibt es zwei Kalender:

https://<serverprefix>-caldav.icloud.com/<dsid>/calendars/work

https://<serverprefix>-caldav.icloud.com/<dsid>/calendars/home

Alternativ kann man den Kalender auf iCloud öffentlich freigeben, und damit einen Kalender Im Web anlegen. Damit ist jedoch nur lesender Zugriff möglich.

So, damit habe ich nun alle Daten auch am Notebook, also gibt es keine Ausrede mehr, dass ich einen Termin übersehen habe, nur weil mein Mobiltelefon irgendwo herumliegt. Außerdem muss ich die E-Mail-Adressen nur mehr an einer Stelle verwalten.

Versionsinformation: Linux Mint 12, Gnome Evolution 3.2.2

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Osterbäckerei

Gemeinsam mit meinen fleißigen Helfern haben wir dieses Jahr unseren alljährlichen Oster-Marzipan-Kranz gebacken. Für die Kinder gibts ein Schokostreusel Lamm und einen Schoko Osterhasen.
Es war etwas schwierig, die Kinder davon abzuhalten, die Tiere heute schon zu verspeisen. Den morgigen Tag überleben sie aber sicher nicht.

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Linuxwochen 2012: jQuery – JavaScript „2.0“

Am 20. und 21. April sind die Linuxwochen in Eisenstadt, und ich werde wieder einen der Vorträge gestalten.

jQuery – JavaScript „2.0“

Die im Browser ausgeführte Skriptsprache feiert inzwischen ihr
16-jähriges Bestehen und ist inzwischen auf allen Browsern vorhanden. Entsprechend gern wird sie genutzt, um interaktive Webapplikationen zu erzeugen.

jQuery ist eine Bibliothek, die diese Entwicklung erleichtert und
gleichzeitig dafür sorgt, dass man sich nicht um Unterschiede zwischen den Browsern kümmern muss.

Franz Knipp stellt in seinem Vortrag die weit verbreitete Bibliothek vor und zeigt, womit sie ihm in seinen Projekten wertvolle Unterstützung lieferte.

Der Termin ist bereits fixiert: Freitag, 20. April, um 15:30 Uhr in der Fachhochschule Eisenstadt.

Jetzt muss ich mir nur noch überlegen, was ich in ca. 50 Minuten herzeigen kann. Mein Ziel ist es, eine kleine JavaScript-Anwendung zu basteln.

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Samsung S2, Apple iPhone, Nokia Lumia – ein Vergleich

Ich hatte die Möglichkeit, schon im letzten Jahr ausgiebig ein Samsung S2 auszuprobieren. Seit Jahresanfang telefoniere ich mit einem Apple iPhone 4S. Zuletzt stand mir ein Nokia Lumia 800 zum Testen zur Verfügung. Drei Hersteller, drei verschiedene Betriebssysteme – drei Welten, die hier aufeinander prallen.

Die Kandidaten

Gewinner beim Design: Nokia Lumia 800

Seit über einem Jahrzehnt konnte ich mit einer Reihe von PDAs und Smartphones Erfahrungen sammeln und so auch die Entstehung der modernen Benutzeroberflächen miterleben. Als ich letztes Jahr ein Samsung S2 zum Testen bekam, war ich von der Bedienung begeistert, da öffneten sich neue Welten. Im Gegensatz dazu war das kleinere Display beim iPhone 4S eine Enttäuschung, und dem Apple-Design sieht man sein Alter inzwischen an.

Umso mehr überraschte mich Windows Phone 7, das im Design durch Reduktion neue Akzente setzt. Das farblich dazu passende Gerät selbst ist trotz Kunststoffgehäuse edel anzugreifen und stellt sich angenehmer als ein Vollmetallgehäuse oder die Glasflächen des iPhone heraus: Es haftet besser in der Handfläche und zeigt auch keine Fingerabdrücke.

Kategorie Foto und Video: Apple iPhone 4S

Der letzte Urlaub wurde intensiv genutzt, um die drei Geräte in der Klasse der Fotografie zu testen. Die Anzahl der Megapixel ist längst kein Kriterium mehr für die Qualität, in der täglichen Nutzung sind Verzögerungszeit und Lichtempfindlichkeit zumindest für mich von größerer Bedeutung. Außerdem bin ich faul, was die Nachbearbeitung betrifft, also sollte das Bild von Haus aus natürliche Farben zeigen – und auch keine roten Augen, die mir das Nokia präsentierte.

Mit dem iPhone war ich subjektiv am meisten zufrieden, daher der Sieger in dieser Kategorie.

Meister in Offenheit: Samsung Galaxy S2

Als Google mit Android startete, war ein Google-Account Pflicht. Apple erforderte bis vor ein paar Monaten ein installiertes iTunes, um das Gerät vollwertig bedienen zu können. Ohne Apple-Account kann man nichts mit dem Telefon anfangen. Seit Windows Phone 7 erfordert auch Microsoft die Erstellung einer Live-ID um zusätzliche Anwendungen auf das Gerät zu installieren oder Updates durchzuführen.

Android ist prinzipiell offener als die anderen Betriebssysteme und ermöglicht die Verwendung alternativer App Stores. Samsung nutzt die Möglichkeit und hat auf seinem Gerät Samsung Apps vorinstalliert. Somit kann ohne Benutzeridentifikation in die Welt der Apps eingetaucht werden.

Aber nicht nur bei der Benutzeridentifikation zeigt das Gerät seine Offenheit: Verwendung als WLAN-Access-Point, um ins Internet einzusteigen, Zugriff auf den Telefonspeicher (Fotos, Videos, Kontakte, Nachrichten) über Web-Browser im selben WLAN oder über USB-Kabel, ohne eine zusätzliche Software installieren zu müssen, Austausch von Dateien über Bluetooth. Technisch ist das alles möglich, aber bei den hochpreisigen Geräten keine Selbstverständlichkeit.

Zusammenfassung

Gesamtsieger möchte ich keinen küren, frei nach dem Motto: „Das perfekte Smartphone muss erst geschaffen werden.“ Die verschiedenen Hersteller zeigen, in welche Richtung es gehen kann. Leider kann man sich sein persönliches Smartphone nicht wie einen Desktop-PC aus den bevorzugten Komponenten zusammenschrauben und das Wunschbetriebssystem installieren.

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Büroautomatisierung – viele Anbieter, (k)ein Überblick

In der Büroplanung geht es langsam voran – langsamer, als ich mir vorstellte, aber Stück für Stück werden einzelne Detailfragen geklärt. Ein großer Punkt ist die Elektroinstallation, wo ich eine Automatisierung am Stand der Zeit anstreben.

Die folgenden Eckpunkte habe ich mir für die Auswahl gesetzt (nach Prioritäten gereiht):

  1. Kabelgeführtes System, Funkkomponenten bestenfalls später als Ergänzung.
  2. Integration möglichst aller Komponenten in ein System: Licht (mit Dimmer und Präsenzmelder), Jalousiesteuerung, Heizungsregelung, Lüftungssteuerung, Türsprechanlage, Zutrittskontrolle, Alarmanlage.
  3. Die Anpassung der Programmierung soll durch mich möglich sein.
  4. Eine Kontrolle über Webbrowser oder Smartphone ist nicht zwingend erforderlich, aber ein wünschenswertes Plus.

Auf Basis dieser Anforderungen habe ich eine Menge Lösungsvarianten gefunden, die ich im Folgenden kurz beschreiben möchte, sowie mein Erkenntnisstand dazu.

KNX (auch EIB, Instabus)

KNX ist der Standard im Bereich der Gebäudeautomatisierung und wird weltweit in Büros eingesetzt. Über 100 Hersteller stellen zertifizierte Komponenten her, die jedes erdenkliche Anwendungsfeld abdecken. Es gibt kein zentrales Steuerungselement, sodass auch der Ausfall einer Komponente keinen Totalausfall bedeutet.

Die Standardisierung kostet Geld, sodass eine KNX-basierte Lösung im Regelfall die teuerste Variante darstellt. Die Programmierung sollte theoretisch von einem zertifizierten Elektriker erfolgen, zumindest ist dafür eine Software namens ETS erforderlich, wofür die Lizenz 900 Euro kostet. Immerhin gibt es eine kostenlose Demo-Version, die allerdings auf 3 Geräte beschränkt ist. Außerdem braucht man natürlich eine entsprechende Schnittstelle im System.

Vimar Eikon, Vimar Plana

Der italienische Hersteller Vimar bietet ein Komplettsystem aus Schalterprogramm und Automatisierungskomponenten an. Die österreichische Vertretung ist elektrohaus.at im Technologiezentrum Eisenstadt, wodurch ich das System nicht nur aus dem Internet, sondern auch schon an der Demowand bestaunt habe. Es ist nicht nur technisch on top, sondern auch ästhetisch ansprechend – und das Design zieht sich durch alle Komponenten, also passen auch die Steckdosen zu den Schaltern.

Das By-Me-System integriert Licht und Rolladensteuerung mit der Türsprechanlage, die über denselben LCD-Schirm bedient werden. Auch die Alarmanlage ist integriert. Für den Zugriff mittels Webbrowser oder Smartphone steht ein Webserver zur Verfügung – das Bild der Türsprechanlage ist dort leider nicht integriert.

Die Konfiguration erfolgt über das Steuermodul, das beim LCD-Monitor eingebaut wird. Es gibt auch eine Software, das beispielsweise zur Konfiguration eines Touch-Screens verwendet wird. Das Konfigurieren der gesamten Anlage ist damit nicht möglich, sodass jeder Schalter einzeln angelernt werden muss.

Das System bietet auch eine Audio-Integration an, mit Schnittstellen für iPhone und iPad, die dann über die LCD-Schirme bedient werden können, aber das werde ich im Büro nicht brauchen.

Peha PHC

Der deutsche Hersteller Peha bietet mit PHC ein Bussystem an, das bis auf die Integration der Türsprechstelle und des Zutrittssystems alle Anforderungen abdecken kann. In den Schalterprogrammen ist die Vielfalt geringer als bei Vimar, wobei sich für meinen Geschmack passende Lösungen bereitstehen. Die Lösung sieht in jedem Fall mehr nach Büro aus.

Es gibt ein zentrales Steuermodul für den Verteilerschrank, das mit USB-Schnittstelle ausgestattet ist und mit einer kostenlosen Software die zentrale Konfiguration der Anlage ermöglicht. Die Anlagenkomponenten (Schalter, Dimmer, Aktoren) verfügen über DIP-Schalter, um die Adresse festzulegen, mit der sie angesprochen werden.

Die Programmierung erlaubt einen großen Spielraum zur Umsetzung eigener Ideen. Es gibt fertige Beispiele, um z. b. eine dämmerungsgesteuerte Jalousiesteuerung zu realisieren, die aber auch manuell geschalten werden kann und bei Wind automatisch einfährt.

Ein Schwachpunkt ist die Steuerung über den Webbrowser, hier wird keine fertige Lösung angeboten.

Loxone

Loxone ist eine österreichische Firma, wo sich der Schwerpunkt noch stärker auf die Bedienung über den Webbrowser verlagert. Auch gibt es Apps für Android und iPhone. Wenn man sich die Kosten der Touchdisplays mancher Bushersteller ansieht, eine logische Entwicklung: Um das Geld kann man in jeden Raum ein günstiges Android-Tablet hängen. Diese gibt es auch schon zu Preisen in der Größenordnung eines 4-fach-KNX-Tasters.

Ausgehend vom sogenannten Miniserver lassen sich durch den Kauf von Extensions die Anzahl der verfügbaren Ein- und Ausgänge so lange erhöhen, um die eigenen Anforderungen abdecken zu können. Im Gegensatz zu den anderen Anbietern hat eine derartige Erweiterung immer alle Arten von Ein- und Ausgängen, sodass man zwangsläufig unbenutzte Ports hat.

Der Miniserver bietet auch eine nicht zertifizierte KNX-Schnittstelle, um es in eine derartige Installation zu integrieren. So können auch KNX-Taster verwendet werden, wenn man Digitaleingänge sparen möchte. Im Normalfall kauft man jedoch Taster aus einem beliebigen Schalterprogramm und hängt diese an die Digitaleingänge. Wenn man eine visuelle Rückmeldung am Schalter möchte (bei den oben angeführten Lösungen eine Standardfunktion) muss auch noch zusätzlich einen Ausgang spendieren.

Die Programmierung erfolgt über eine kostenlose Software und erlaubt einen fast grenzenlosen Spielraum. Wer schon einmal mit SPS zu tun hat, wird sich sofort zurechtfinden. Im Server ist außerdem eine Speicherkarte enthalten, sodass sich Messwerte über einen längeren Zeitraum aufzeichnen lassen. Außerdem stehen am Webserver Schnittstellen zur Verfügung, um sie in eine größere Applikation zu integrieren.

Wem die Analog-, Digital- und EIB-Schnittstelle nicht reicht, kann die Anlage um Extensions erweitern, die andere Schnittstellen anbieten, z. B. serielle Schnittstellen für RS-323 und RS-485, enOcean für Funk, 1-Wire für Sensoren. Mit der DMX-Extension könnte ich auch meine Disco-Scheinwerfer integrieren. Damit sollte sich so ziemlich alles einbinden lassen. Lediglich die Integration der Türsprechstelle ist noch nicht abgeschlossen, daran wird noch gearbeitet.

Im Vergleich zu den anderen Lösungen ist es ein junges Produkt, welches aber einiges Potenzial öffnet. So ließe sich die Zutrittskontrolle mit der Zeiterfassung und Deaktivierung der Alarmanlage kombinieren.

Preislich bewegen sich die drei letzten Lösungen für die Hardware in derselben Größenordnung. Die Programmierung ist sehr unterschiedlich. Die Programmierung setzt immer einen PC mit Microsoft Windows voraus.

Und sonst?

Die folgenden Lösungen konnte ich auch noch finden:

  • Merten EIB Easy ermöglicht den Einstieg in die KNX-Welt, erlaubt die Programmierung ohne Software, stellt aber nur einen begrenzten Funktionsumfang zur Verfügung: Lichtsteuerung, Jalousiesteuerung.
  • Quadrat Home ist ein Anbieter für SPS-basierte Lösungen mit Virtualisierungen.
  • Smart Home by Redl dürfte eine Lösung basierend auf Loxone sein. Aktuell ist das Produkt gar nicht mehr auf der Homepage zu finden.
  • HomeMatic ist der Low-Cost-Einstieg in die Welt der Home Automation, das vor allem über Funk kommuniziert, aber manche Komponenten über Kabel (RS485) anbindet. Die Komponenten können bei Conrad bezogen werden.
  • iP-Symcon ist eine Software für Microsoft Windows, die eine Vielzahl von Bussystemen ansprechen kann und vor allem zur Visualisierung über Web-Browser eingesetzt werden kann. Mittels PHP können auch ausgefallene Steuerungswünsche selbst implementiert werden.
  • LCN (Local Control Network) ist eine Bussystem zur Gebäudeautomatisierung der deutschen Firma Issendorff GmbH. Preislich dürfte es im Bereich von KNX liegen, ohne aber den Vorteil der breiten Herstellerpalette zu bieten.

In zwei Wochen ist die Light+Building in Frankfurt, wo sicherlich einige Neuigkeiten in diesem Bereich vorgestellt werden. Auch wenn es interessant wäre, sich das vor Ort anzusehen, nehme ich von einem Besuch nicht nur wegen der Anreise Abstand: Ich bin mir sicher, dass ich dann noch ein paar Monate länger brauche, welches System ich für mein Büro auswähle.

Ich freue mich auf Rückmeldungen aller Art und lade ein, für Fragen und Erläuterungen das Kommentarfeld zu nutzen.

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Samuels dritter Geburtstag


Heute war der erste Kindergartentag. Es gefällt ihm, aber nur solange ich dabei bin. Mit viel Mühe durfte ich am Schluß kurz in der Garderobe warten, nachdem ich vorher im Gruppenraum gesessen bin. Und sogar dorthin ist er zweimal gelaufen, weil er mich zum Spielen braucht. Morgen darf ich auch nicht heimgehen, hat er gemeint.

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Ein Monat mit dem Nokia Lumia 800

Die letzten Wochen verbrachte ich mit dem Nokia Lumia 800, Nokias Einstieg in die Welt von Windows Phone. Es ersetzte für diesen Zeitraum mein normales Telefon, ein iPhone 4S, und konnte so zeigen, was es kann.

Alles begann sehr gut.

Der erste Eindruck war phänomenal. Das Gerät besticht durch ein Kunststoffgehäuse, das sich edler und angenehmer als so manches Glas- oder Metallgehäuse gibt und sehr gut in der Hand liegt. Das Display ist gewölbt und bietet dank AMOLED satte Kontraste.

Zum Lieferumfang gehört eine Schutzhülle in der passenden Farbe, die das Gerät nicht wesentlich vergrößert und daher nach Einlegen der SIM-Karte übergezogen wurde. Der Akku kann nicht gewechselt werden – das ist inzwischen fast Standard in dieser Geräteklasse. Die wenigen mechanischen Teile sind stabil, die USB-Buchse ist hinter einer magnetisch gesicherten Klappe versteckt und damit vor Staub geschützt. Sie fungiert auch zum Laden des Geräts. Die Klappe hat eine Doppelfunktion und sichert gleichzeitig den SIM-Kartenhalter. Aufkleber geben Anweisungen, wie die Karte eingelegt werden kann – die Bedienungsanleitung konnte in der Schachtel verbleiben.

Erstes Einschalten, erstes Wow-Erlebnis. Die Bedienoberfläche ist auf das nötigste reduziert, im Design gibt es lediglich drei Farben: Schwarz, Weiß und eine frei wählbare Schmuckfarbe, in meinem Fall blau (passend zum Gehäuse). Das Display ist gestochen scharf, die Bedienung geht leicht von der Hand. Nach mehreren Wochen mit Android und iOS gefiel mir die Benutzerschnittstelle, sie macht den modernsten Eindruck und kopiert nicht nur Konzepte aus den beiden anderen Welten.

Um den Wechsel auf dieses Telefon zu erleichtern, bietet ein Assistent den Transfer der Kontaktdaten an. Ein paar Minuten später waren diese über Bluetooth übertragen, und dem ersten Telefonat stand nichts mehr im Weg.

Telefonieren funktioniert einwandfrei. Das war mit Windows Phone in der Vergangenheit keine Selbstverständlichkeit. Lediglich das Annehmen eines Telefonats bei gesperrtem Bildschirm erfordert eine Kombination einer Wisch- und einer Klick-Geste, bei den anderen Betriebssystemen reicht eine Wischgeste, um das Telefonat anzunehmen.

Es folgte eine große Enttäuschung.

Der Assistent zum Übertragen der Kontaktdaten ließ auf eine gewisse Offenheit hoffen, aber hier folgte eine herbe Enttäuschung. Fotos und Videos sind am Gerät eingesperrt, der Transfer über USB oder Bluetooth ist auf mein Linux-Notebook nicht möglich. Auch Mac-Benutzer bleiben außen vor: Der Zugriff auf die Telefondaten ist ausschließlich mit der Microsoft-Software Zune möglich, die nur für Windows erhältlich ist.

Apropos Fotos: Die Verzögerung beim Schießen von Fotos erlaubt keine Schnappschüsse von Kindern in Aktion, da war das Nokia E7 besser. Die Bildqualität kann weder mit dem iPhone 4S noch mit dem Galaxy S II mithalten.

Ohne Anmeldung bei Microsoft ist kein Zugriff auf den App Store namens Marketplace möglich. Das ist bei allen aktuellen mobilen Betriebssystemen so, lediglich Samsung bietet auf ihren Android-Geräten einen alternativen App Store an, der ohne Anmeldung auskommt. Leider ist man damit auch von Updates ausgeschlossen, was zur Situation führte, dass mir zwar vier Updates empfohlen wurden, ich diese aber nicht installieren konnte.

Im Gegensatz zu den Mitbewerbern gibt es eine Funktion bei Windows Phone nicht: Die Verwendung der UMTS-Internet-Verbindung kann nicht über WLAN, Bluetooth oder USB an anderen Geräten genutzt werden, es ist also kein Tethering möglich.

Es blieb ein kleines Plus.

Ein Punkt hebt das Telefon von den Mitbewerbern ab. Nokia spendiert dem Telefon eine vollständige Navigationssoftware, bei der die Karten im Vorhinein (z. B. per WLAN) auf das Gerät geladen werden können und die daher während der Fahrt keine Internetverbindung mehr benötigt.

Zusammengefasst: Wer ausschließlich im Microsoft-Ökosystem zuhause ist und bei den Fotos geringe Anforderungen hat, ist mit dem Nokia Lumia 800 gut beraten. Windows Phone als Betriebssystem setzt neue Akzente im Design der Benutzerschnittstelle, stellt aber bei weitem nicht die technischen Möglichkeiten der eingesetzten Hardware zur Verfügung.

Herzlichen Dank an die The Gap-Redaktion für die Zurverfügungstellung des Telefons.

Update (26. März): Wie mir seitens Nokia mitgeteilt wurde, gibt es für Mac OS X-Benutzer ebenfalls eine Software, um die Geräteinhalte mit dem Computer zu synchronisieren, den sogenannten Windows Phone 7 Connector for Mac.

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Datenjournalismus: Möglichkeiten und Herausforderungen

Kaum war der erste Beitrag über Datenjournalismus fertig, begann mein Hirn auf Hochtouren zu arbeiten. Das Ergebnis sind ein paar Thesen betreffend dieses interessanten Themas.

  • Datenjournalismus wird den Journalismus nicht revolutionieren, aber:
  • Datenjournalismus kann in der Online-Version eines Mediums Alleinstellungsmerkmale im Vergleich zu Konkurrenzmedien erzeugen.
  • Datenjournalismus wird den Wunsch des Medienkonsumenten nach einer vereinfachten, schnell erfassbaren Zusammenfassung nicht stillen und daher eine Aufbereitung ähnlich zu jetzt nicht ersetzen, aber:
  • Datenjournalismus ermöglicht dem Konsumenten, große bzw. komplexe Datensammlungen zu verstehen und gemäß der persönlichen Anforderungen und Interessen zu erfassen.
  • Datenjournalismus ermöglicht die Erkennung von bisher unbekannten Zusammenhängen in den Daten.
  • Datenjournalismus wird ein neues Berufsbild entstehen lassen, in dem sich eine technische und eine journalistische Ausbildung ergänzen.
  • Datenjournalismus erfordert eine Erweiterung des Werkzeugsatzes von Journalisten um entsprechende Software-Tools.
  • Datenjournalismus stellt höhere Anforderungen an die Qualitätssicherung bzw. an das Lektorat.
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Wer führt uns durch den Datenwald?

Der Begriff Datenjournalismus ist in den letzten Jahren entstanden und versteht die Aufbereitung von öffentlich zugänglichen Daten durch Journalisten. Das ist im Wesen nichts Neues und wurde schon immer praktiziert, allerdings haben sich durch die Entwicklung des Internets und in weiterer Folge der Open Data-Bewegung die zugänglichen Datenmengen vervielfacht und stehen jetzt „roh“ zur Verfügung.

Ein Beispiel: Luftmesswerte werden seit mehreren Jahren systematisch erhoben. Wo man früher als Journalist entweder bei der Behörde nachfragen musste, um Aussagen über die Luftqualität zu erhalten bzw. auf von der Behörde ausgegebene Pressemitteilungen zurückgriff, stehen heute diese Daten öffentlich zur Verfügung und können von jedem gesammelt, gespeichert, analysiert werden – eben auch von Journalistinnen und Journalisten.

Dies ermöglicht eine komplett neue Dimension der Recherche, unabhängig von (vor allem) staatlichen Stellen. Die Recherche kann von jeder Person durchgeführt werden, aber in der Hand der Medien hat sie eine besondere Bedeutung. Schließlich kommt ihnen die Rolle zu, aus der Vielfalt der zur Verfügung stehenden Informationen zu selektieren, was die Leserschaft interessieren könnte. Gepaart mit der journalistischen Sorgfaltspflicht bekommt die veröffentlichte Information eine neue Qualität – ihr kann in größerem Maß vertraut werden, als wenn die Quelle beispielsweise ein unbekannter Internetblog ist.

Das klingt jetzt alles ganz nett, aber gibt es das wirklich? Oder behandle ich hier ein vollkommen abstraktes Thema?

Bei der Frage muss man leider feststellen, dass im deutschsprachigen Raum der Datenjournalismus noch nicht in größerem Maß den Weg in die Redaktionen geschafft hat, im Gegensatz zum anglo-amerikanischen Raum, wo es bereits erfolgreiche Beispiele gibt – besonders im Bereich von interaktiven Visualisierungen der Daten.

Um die Daten journalistisch aufzubereiten, braucht es mehr als einen Redakteur. Ein Team aus Journalisten, Technikern, Statistikern, Grafikern und Fachleuten zum jeweiligen Thema muss zusammengestellt werden, um die notwendigen Daten zu speichern, automatisiert zu analysieren, zu interpretieren und darzustellen.

Zusätzlich muss die Ausrichtung des Mediums geändert werden: Die Ergebnisse des Datenjournalismus sind im klassischen Format auf Papier, als Radiosendung oder als TV-Beitrag nicht in voller Breite darstellbar, das Internet ist das Zielmedium.

So wünsche ich mir, dass diese Entwicklung auch in Österreich Fuß fasst, nicht zuletzt auch im Hinblick darauf, damit Open Data eine Selbstverständlichkeit wird und nicht dem Sparstift zum Opfer fällt.

Mehr zum Thema Datenjournalismus gibt es am 20. März beim twenty.twenty im The Hub in Wien. Ich bin bei dieser Veranstaltung für den Live-Video-Stream ins Internet verantwortlich.

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Samuel, der Baumeister, bei Sunny Bunny

Wir waren vor kurzem im Hotel Sonnenpark. Samuel besuchte die Baustelle, spielte mit Ziegeln, Dachplatten und Abwasserrohren. Das Kiesbett zum Pflasterverlegen verwendete er kurzerhand wie eine Sandkiste – entsprechend sah er danach aus (ich in weiterer Folge auch). Beim Spielen war eine Fotografin anwesend, und jetzt wissen wir, wofür die Bilder gemacht wurden: Samuel ist jetzt auf der Sunny Bunny-Homepage :)

Mehr Bilder gibt es im dortigen Blogbeitrag.

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Kurzurlaub in Lutzmannsburg

Von Mittwoch bis Freitag waren wir im Sonnenpark Kinderparadies in Lutzmannsburg. Weil die Therme umgebaut wird, gibts dort auch für die Kinder Baustellenwochen.

Sarah hat eine neue Freundin gefunden, mit der sie in den drei Tagen viel Zeit verbracht hat.

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Faschingskinder

Am Sonntag verkleideten sich die Kinder als Piratin und Clown. Fotos gibts nur von daheim, weil die Kinder am Fasching nur auf meinem Schoß sitzen wollten.

Montag und Dienstag wollte Sarah dann lieber Pippi sein.

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Sarah beim Schifahren

Sarah besuchte im Jänner wie im Vorjahr einen Schikurs, und dieses Mal gibt es ein Video davon.

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Fotos der Kinder

Am Sonntag waren wir bei einer Taufe eingeladen. Franz hat viele Fotos gemacht, u.a. auch von unseren Kindern.

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QR-Codes und die Privatsphäre

Schwarzweiße Muster wie das links abgebildete sind auf immer mehr Marketing-Materialen zu finden – auf Plakaten, in Prospekten und Inseraten. Mit dem Mobiltelefon gescannt verweisen sie in den meisten Fällen auf eine Webseite mit zusätzlichen Informationen, Downloads, etc. Wo sonst eine Internet-Adresse wie franz.knipp.org mühsam abgetippt werden musste (gerade am Mobiltelefon eine Qual), reicht jetzt das Aktivieren der entsprechenden Handy-Software, schon wird die Zielseite geladen. Diese Bilder sind sogenannte QR-Codes (Quick Response) und gehören zu den 2D-Barcodes.

Stutzig machte mich ein Beitrag, wo als Schutz vor Piratentum für standardisierte QR-Codes geworben wird. In der weiteren Diskussion wurde klargelegt, dass die Software, die den QR-Code einliest, nicht die enthaltene Adresse aufruft, sondern zuvor eine Anfrage an einen Server stellt, um das „richtige“ Wunschziel zu ermitteln. Als Beispiel wird der Schutz vor dem Überkleben eines QR-Codes auf einem Plakat genannt, wo auch beim überklebten QR-Code auf das ursprüngliche Ziel weitergeleitet wird.

Was heißt das für den Benutzer?

Rein von der Bedienung her verhält sich die Software wie gewohnt, d. h. man zielt mit dem Telefon auf einen QR-Code, dieser wird erkannt, am mobilen Browser wird die Seite geladen.

Im Hintergrund sieht der Ablauf so aus:

  1. Die Reader-Software erkennt den QR-Code und decodiert ihn.
  2. Die decodierten Daten werden in eine Adresse verpackt, die mit den mobilen Browser am Server des Softwareherstellers aufgerufen wird.
  3. Die aufgerufene Seite enthält eine Weiterleitung auf die ursprünglich codierte Adresse.

Im zweiten Schritt werden jedoch nicht nur die codierten Nutzdaten übertragen, sondern zusätzliche Informationen von der Reader-Software – in meinem Fall NeoReader – mitgeschickt:

  • Sprache
  • Alter
  • Land
  • Geschlecht
  • Zeitstempel in der Lokalzeit
  • ID und Version der Software
  • ID des Telefons
  • Zusätzliche technische Parameter

Konkret sieht der Aufruf an router.neom.com so aus:

GET /gwv4/gateway?CODE=http%3A%2F%2Ffranz.knipp.org&LANG=DE&AGE=0&CTRY=&GEND=n%2Fa&LTS=201202131544&CLI=NR_iPhone%3A4.0.1&APPID=1&GUID=948FBC55-70CA-4329-ABD6-6BABAE21E015&BRAND=NEOM&BTYPE=MobileSafari&SYMB=QR&ZZ= HTTP/1.1

Derselbe Aufruf kann übrigens durch Klick dieses Links erreicht werden.

Angriff auf die Privatsphäre?

Hier werden unterschiedliche Daten gesammelt, die alle fix einem Mobiltelefon zugeordnet werden können. Der Softwarehersteller kennt alle QR-Codes, die ich gescannt habe und kann damit im Laufe der Zeit ein Profil über mich erstellen. Wenn ich beispielsweise die QR-Codes im Audi-Inserat und am BMW-Plakat gescannt habe, weiß der Hersteller, dass ich mich für Autos interessiere. Wenn ich meine meisten Scans zwischen 16 und 18 Uhr tätige, ist bekannt, dass das ein Zeitpunkt ist, wo ich erreichbar bin. Es würde mich nicht wundern, wenn diese Information irgendwann ausgewertet wird und ich genau zum richtigen Zeitpunkt mit entsprechenden Werbungen am Telefon konfrontiert werde.

Außer mir braucht niemand wissen, welche Inhalte mich interessieren, auch keine staatlichen Stellen, die im Namen der Terrorismusbekämpfung immer mehr mitlesen und uns so schrittweise unserer Privatsphäre berauben.

Piratentum anders gesehen

Neben dieser Datensammlung verfolgt der oben skizzierte Ablauf noch einen zweiten Zweck: Im Bedarfsfall kann die Zieladresse verbogen werden, um Missbrauch zu verhindern – oder aber erst diesen zu ermöglichen. Das könnte einerseits eine Zensur durch den Hersteller selbst sein, oder andererseits ein Hacking-Angriff, der diese Redirect-Datenbank modifiziert. Hier tun sich Bedrohungsszenarien auf, die weit über das Überkleben von QR-Codes auf Plakatwänden hinausgehen.

Was ist da böse?

Stell Dir vor, jeder Seitenaufruf in Deinem Webbrowser würde an eine zentrale Stelle übermittelt werden, sodass dort alles nachvollzogen werden kann, was jetzt im Verlauf des Browsers nur für Dich zu sehen ist. Mir wäre das nicht recht. Während bei den Browsern das Thema „Privacy“ zunehmend eine Rolle spielt, steht diese Entwicklung hier noch ganz am Anfang.

Ich muss mir jetzt nur mehr einen QR-Reader implementierenfinden, der Rücksicht auf die Privatsphäre nimmt. Hinweise werden in den Kommentaren gerne entgegen genommen.

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